Freier Wille
Der Apostel Paulus und die Neurologen
Hat der Mensch einen freien Willen? Gedanken zwischen Religion und Psychologie
Im Römerbrief sagt Paulus, Gott erbarme sich des einen Menschen und „verstocke“ den anderen, „welchen er will“(1). Augustinus vertieft diese Einschränkung der Willensfreiheit und spricht davon, „nicht einmal nach dem Verdienst des Willens“(2) werde den Menschen die Gnade verliehen, katholische Christen zu sein. Martin Luther folgt diesem gegen das Verdienst gerichteten Gedanken, um die Größe der göttlichen Gnade aufzuzeigen.
Eine völlige Verneinung des freien Willens darf daraus nicht abgeleitet werden. Doch in der Folge wird unbewußt der göttliche Wille nach dem Bild eines menschlichen Herrschers geformt: Spontan und individuell begnadigt er den einen – entzieht ihn der Gerechtigkeit – und verwirft den anderen. Weit entfernt ist der Begriff von Gott damit von Vollkommenheit, Gerechtigkeit und alles umfassender Klarheit! Als Spiegelbild dazu scheint das menschliche Vermögen, zu erkennen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“, völlig ausgeschlossen zu sein!
Es ist nicht die Aufgabe der Naturwissenschaft, sich mit dem Schöpfer zu beschäftigen, ihr Reich ist die Natur, im engeren Sinn die Materie. Wolf Singer zum Beispiel, ein prominenter Naturwissenschaftler, der dem Menschen den freien Willen abspricht, traut nichts dem Menschen – von Gott spricht er überhaupt nicht -, dafür alles der Materie zu. Er sagt, das menschliche Bewußtsein gehe aus selbständig ablaufenden Hirnprozessen hervor und habe sich im Laufe der Evolution herausgebildet. Wiederum habe die kulturelle Evolution vor nur einigen tausend Jahren begonnen und erstrecke sich über einen Zeitraum, „innerhalb dessen sich unsere Gehirne nicht mehr im großen Umfang verändert haben können.“ Unsere Gehirne aber funktionierten nach festgelegten Naturgesetzen: „Aber auch deterministische Systeme sind offen und kreativ, können Neues in die Welt bringen. Das kann Materie. Man muß der Materie ein bißchen mehr zutrauen.“(3)
Offenbar ist die Materie der neue Gott. Und wer macht die Materie dazu? Niemand anderer als der Mensch, pardon, die „Darmbewegungen“(4) seiner Hirnprozesse tun dies! Der deutsche Hirnforscher Kornhuber, der Singers Folgerungen aus bestimmten naturwissenschaftlichen Beobachtungen nicht teilt – u. a. gehört auch die Interpretation des sogenannten „Bereitschaftspotentials“(5) dazu, das das Gehirn scheinbar vor bzw. jenseits eines Willensimpulses für eine Bewegung des Körpers aufbaut -, er weist darauf hin, daß die Leute, die behaupteten, es gebe keine Willensfreiheit, zugleich meinten, diese Aussage sei wahr: „Zur Wahrheit gehört aber Freiheit und die Fähigkeit, Lüge und Irrtum zu erkennen…“(6)
Auch der Philosoph Jürgen Habermas tritt vehement für die Willensfreiheit ein und weist u. a. darauf hin, daß sich der Mensch immer noch als Ich-Bewußtsein sehe, daher werde die „begriffliche Hartnäckigkeit“ obsiegen, mit der die Menschen von sich in der ersten Person reden und nicht von sich als dialogisierenden Hirnen. Gerne sei er, Habermas, hier ein Anwalt des Alltagsbewußtseins.(7) Ein weiterer wichtiger Gedanke in der Diskussion der Willensfreiheit wird wiederum von Kornhuber geäußert: „Insgesamt glaube ich, daß unsere moderne Welt viel zu hedonistisch, ja dekadent ist, weil sie sich nicht genügend anstrengt, weil sie nicht genügend an Eigenverantwortung denkt. Das ist ihr Defekt.“(8)
Damit hat dieser Forscher eine sehr genaue Diagnose der Bewußtseinslage gestellt, die zu einer Verneinung der Willensfreiheit führen muß: Es sind weniger die „Darmbewegungen“ des Gehirnes, die diese Konsequenz hervorrufen, als der Wille, Verantwortung an eine außermenschliche Instanz zu delegieren. So will sich der moderne Superintellektuelle, der sich von niemandem etwas sagen läßt, in einer Unmündigkeit verstecken, die allein seine trickreiche Erfindung ist! Merkwürdig allerdings, daß die aktuelle Strafprozeßordnung noch nicht dazu bereit ist, solche Gedanken entsprechend umzusetzen.
Ganz von ungefähr kommt diese Entwicklung einer zum Schein inszenierten Selbstentmündigung des Menschen nicht: Der menschliche Verstand, der vor kurzem noch alles vermögend, alles durchdringend und alles entscheidend zu sein glaubte, hat sich in seinem eigenen Labyrinth gefangen. Er weiß so viel, daß sein Wissen auf ihn atomisierend, ja lähmend gewirkt hat, denn er erlebt gleichzeitig eine dramatische Verfallszeit seines Wissens: Was heute noch als unumstößlich galt, ist morgen restlos überholt. Antriebslos geworden, ahnt er, daß er eigentlich nichts weiß, sofern es um existenzielle Lebensfragen geht. Doch das möchte er nicht eingestehen, und so relativiert er alles, auch und gerade alle Werte, die sich dem direkten Zugriff irdischen Wissens entziehen! Auf diesem Wege scheint es sehr elegant zu sein, zum Beispiel den freien Willen als ein subjektives Gefühl zu entlarven, das objektiv lediglich auf selbständige Hirnprozesse zurückzuführen sei.
In Wirklichkeit ist der freie Wille tiefer gegründet als durch die Willensentschlüsse des Verstandes. Die Hirnforschung weiß von unbewußt ablaufenden Prozessen im Gehirn, die nicht an die Oberfläche des äußeren Bewußtseins treten. Lüder Deecke sagt in diesem Zusammenhang, der US-Physiologe Benjamin Libet könne sich nicht vorstellen, „daß Wille auch unbewußt sein kann“(9). Der Forscher ist mit dieser Aussage meines Erachtens auf der Spur eines tieferen Zusammenhangs.
Abd-ru-shin schreibt in der Gralsbotschaft das Folgende zu diesem Thema: „Unter Willen versteht die größte Zahl der Menschen heute jene gewaltsame Konstruktion des irdischen Gehirnes, wenn der an Raum und Zeit gebundene Verstand für das Denken und Fühlen irgendeine bestimmte Richtung angibt und festlegt.
Das ist aber nicht der freie Wille, sondern der durch irdischen Verstand gebundene Wille! (…) Der freie Wille, der allein so einschneidend in das eigentliche Leben wirkt, daß er weit hinausreicht in die jenseitige Welt, der Seele seinen Stempel aufdrückt, sie zu formen fähig ist, ist von ganz anderer Art. Viel größer, um so irdisch zu sein. Er steht deshalb auch in keinerlei Verbindung mit dem irdisch-grobstofflichen Körper, also auch nicht mit dem Gehirn. Er ruht lediglich im Geiste selbst, in der Seele des Menschen.“(10)
An anderer Stelle wird ergänzend ausgeführt, der unsterbliche Geist des Menschen äußere sich in sehr feinen und doch sehr starken Empfindungen, die sich über das Sonnengeflecht bemerkbar machen bzw. von hier aus über das Kleinhirn zum Großhirn geleitet werden, um dort auch ins äußere Bewußtsein zu treten.
Im Römerbrief sagt Paulus, Gott erbarme sich des einen Menschen und „verstocke“ den anderen, „welchen er will“(1). Augustinus vertieft diese Einschränkung der Willensfreiheit und spricht davon, „nicht einmal nach dem Verdienst des Willens“(2) werde den Menschen die Gnade verliehen, katholische Christen zu sein. Martin Luther folgt diesem gegen das Verdienst gerichteten Gedanken, um die Größe der göttlichen Gnade aufzuzeigen.
Eine völlige Verneinung des freien Willens darf daraus nicht abgeleitet werden. Doch in der Folge wird unbewußt der göttliche Wille nach dem Bild eines menschlichen Herrschers geformt: Spontan und individuell begnadigt er den einen – entzieht ihn der Gerechtigkeit – und verwirft den anderen. Weit entfernt ist der Begriff von Gott damit von Vollkommenheit, Gerechtigkeit und alles umfassender Klarheit! Als Spiegelbild dazu scheint das menschliche Vermögen, zu erkennen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“, völlig ausgeschlossen zu sein!
Es ist nicht die Aufgabe der Naturwissenschaft, sich mit dem Schöpfer zu beschäftigen, ihr Reich ist die Natur, im engeren Sinn die Materie. Wolf Singer zum Beispiel, ein prominenter Naturwissenschaftler, der dem Menschen den freien Willen abspricht, traut nichts dem Menschen – von Gott spricht er überhaupt nicht -, dafür alles der Materie zu. Er sagt, das menschliche Bewußtsein gehe aus selbständig ablaufenden Hirnprozessen hervor und habe sich im Laufe der Evolution herausgebildet. Wiederum habe die kulturelle Evolution vor nur einigen tausend Jahren begonnen und erstrecke sich über einen Zeitraum, „innerhalb dessen sich unsere Gehirne nicht mehr im großen Umfang verändert haben können.“ Unsere Gehirne aber funktionierten nach festgelegten Naturgesetzen: „Aber auch deterministische Systeme sind offen und kreativ, können Neues in die Welt bringen. Das kann Materie. Man muß der Materie ein bißchen mehr zutrauen.“(3)
Offenbar ist die Materie der neue Gott. Und wer macht die Materie dazu? Niemand anderer als der Mensch, pardon, die „Darmbewegungen“(4) seiner Hirnprozesse tun dies! Der deutsche Hirnforscher Kornhuber, der Singers Folgerungen aus bestimmten naturwissenschaftlichen Beobachtungen nicht teilt – u. a. gehört auch die Interpretation des sogenannten „Bereitschaftspotentials“(5) dazu, das das Gehirn scheinbar vor bzw. jenseits eines Willensimpulses für eine Bewegung des Körpers aufbaut -, er weist darauf hin, daß die Leute, die behaupteten, es gebe keine Willensfreiheit, zugleich meinten, diese Aussage sei wahr: „Zur Wahrheit gehört aber Freiheit und die Fähigkeit, Lüge und Irrtum zu erkennen…“(6)
Auch der Philosoph Jürgen Habermas tritt vehement für die Willensfreiheit ein und weist u. a. darauf hin, daß sich der Mensch immer noch als Ich-Bewußtsein sehe, daher werde die „begriffliche Hartnäckigkeit“ obsiegen, mit der die Menschen von sich in der ersten Person reden und nicht von sich als dialogisierenden Hirnen. Gerne sei er, Habermas, hier ein Anwalt des Alltagsbewußtseins.(7) Ein weiterer wichtiger Gedanke in der Diskussion der Willensfreiheit wird wiederum von Kornhuber geäußert: „Insgesamt glaube ich, daß unsere moderne Welt viel zu hedonistisch, ja dekadent ist, weil sie sich nicht genügend anstrengt, weil sie nicht genügend an Eigenverantwortung denkt. Das ist ihr Defekt.“(8)
Damit hat dieser Forscher eine sehr genaue Diagnose der Bewußtseinslage gestellt, die zu einer Verneinung der Willensfreiheit führen muß: Es sind weniger die „Darmbewegungen“ des Gehirnes, die diese Konsequenz hervorrufen, als der Wille, Verantwortung an eine außermenschliche Instanz zu delegieren. So will sich der moderne Superintellektuelle, der sich von niemandem etwas sagen läßt, in einer Unmündigkeit verstecken, die allein seine trickreiche Erfindung ist! Merkwürdig allerdings, daß die aktuelle Strafprozeßordnung noch nicht dazu bereit ist, solche Gedanken entsprechend umzusetzen.
Ganz von ungefähr kommt diese Entwicklung einer zum Schein inszenierten Selbstentmündigung des Menschen nicht: Der menschliche Verstand, der vor kurzem noch alles vermögend, alles durchdringend und alles entscheidend zu sein glaubte, hat sich in seinem eigenen Labyrinth gefangen. Er weiß so viel, daß sein Wissen auf ihn atomisierend, ja lähmend gewirkt hat, denn er erlebt gleichzeitig eine dramatische Verfallszeit seines Wissens: Was heute noch als unumstößlich galt, ist morgen restlos überholt. Antriebslos geworden, ahnt er, daß er eigentlich nichts weiß, sofern es um existenzielle Lebensfragen geht. Doch das möchte er nicht eingestehen, und so relativiert er alles, auch und gerade alle Werte, die sich dem direkten Zugriff irdischen Wissens entziehen! Auf diesem Wege scheint es sehr elegant zu sein, zum Beispiel den freien Willen als ein subjektives Gefühl zu entlarven, das objektiv lediglich auf selbständige Hirnprozesse zurückzuführen sei.
In Wirklichkeit ist der freie Wille tiefer gegründet als durch die Willensentschlüsse des Verstandes. Die Hirnforschung weiß von unbewußt ablaufenden Prozessen im Gehirn, die nicht an die Oberfläche des äußeren Bewußtseins treten. Lüder Deecke sagt in diesem Zusammenhang, der US-Physiologe Benjamin Libet könne sich nicht vorstellen, „daß Wille auch unbewußt sein kann“(9). Der Forscher ist mit dieser Aussage meines Erachtens auf der Spur eines tieferen Zusammenhangs.
Abd-ru-shin schreibt in der Gralsbotschaft das Folgende zu diesem Thema: „Unter Willen versteht die größte Zahl der Menschen heute jene gewaltsame Konstruktion des irdischen Gehirnes, wenn der an Raum und Zeit gebundene Verstand für das Denken und Fühlen irgendeine bestimmte Richtung angibt und festlegt.
Das ist aber nicht der freie Wille, sondern der durch irdischen Verstand gebundene Wille! (…) Der freie Wille, der allein so einschneidend in das eigentliche Leben wirkt, daß er weit hinausreicht in die jenseitige Welt, der Seele seinen Stempel aufdrückt, sie zu formen fähig ist, ist von ganz anderer Art. Viel größer, um so irdisch zu sein. Er steht deshalb auch in keinerlei Verbindung mit dem irdisch-grobstofflichen Körper, also auch nicht mit dem Gehirn. Er ruht lediglich im Geiste selbst, in der Seele des Menschen.“(10)
An anderer Stelle wird ergänzend ausgeführt, der unsterbliche Geist des Menschen äußere sich in sehr feinen und doch sehr starken Empfindungen, die sich über das Sonnengeflecht bemerkbar machen bzw. von hier aus über das Kleinhirn zum Großhirn geleitet werden, um dort auch ins äußere Bewußtsein zu treten.Nun muß man – wenn sich dies so verhält – die Frage stellen, warum diese Zusammenhänge weitgehend unbekannt sind und warum ausgerechnet die eigentlichen seelisch-geistigen Bewegungen und Strömungen, die im Inneren des Menschen ablaufen, unbewußt verbleiben?!
Das ist die Ironie der Menschheitsgeschichte: Wir haben es „so herrlich weit gebracht“ und wissen fast nichts über die innere Stimme, das Gewissen bzw. darüber, wie sie sich im Körper betätigen können. Soweit „das Unbewußte“ in das Bewußtsein des Menschen gerückt ist, betrifft es nur Sigmund Freuds Mutmaßungen über die Triebstruktur. Auch damit haben wir es „so herrlich weit gebracht“. Die eigentliche Aufklärung über das Unbewußte, die die verdrängten Zusammenhänge mit unseren geistig-paradiesischen Wurzeln betreffen, steht noch aus! Wann wird der Mensch dieses für seine Seele, seinen wahren Geist so lebenswichtige Kapitel aufschlagen?
Die Gralsbotschaft berichtet über die Arbeit der beiden Gehirnhälften bzw. über die Möglichkeit einer echten Intuition, d. h. des Erfassens höherer Eingebungen, das Folgende:
„Dem Vorderhirn fällt alle Arbeit des Verstandes zu für äußere Betätigung im gröbsten Stofflichen, also in der Materie, dem Hinterhirn jedoch das Aufnehmen und Weitergeben zur Verarbeitung der Eindrücke von oben, die leichter, lichter sind als grobe Stofflichkeit.
Dieses zu Nutzen der Menschen gegebene harmonische Zusammenwirken der beiden Gehirne wurde durch einseitige Hingebung des Menschen zu nur irdischem, also grobstofflichem Wirken gestört und mit der Zeit ganz unterbunden, förmlich abgeschnürt, weil das Vorderhirn durch allzu rege Beschäftigung mit der Zeit zu groß sich entwickeln mußte im Verhältnis zu dem vernachlässigten Hinterhirn, was dadurch immer mehr empfangsunfähig wurde und geschwächt. Damit erstand in den Jahrtausenden das Erbübel bei grobstofflicher Fortpflanzung; denn schon die Kinder brachten bei Geburt ein im Verhältnis zu dem Hinterhirn viel besser entwickeltes Vorderhirn mit, worin die Gefahr des Erwachens der Erbsünde gegeben wurde, die aus dem dadurch von vornherein bedingten, nur auf das Irdische, also von Gott abgewendet gerichteten Denkenmüssen besteht.“(11)
Dieses Irdische aber, an das sich der Mensch seit Jahrtausenden kettet, ist nicht nur endlich, sondern auch vergänglich. Insofern ist es nur konsequent, wenn nach und nach die Mehrheit der Menschen annimmt, sie sei mit ihrem Willen zumindest an die Endlichkeit und Vergänglichkeit der Materie ebenso gebunden wie an ihre biologisch-physiologischen Prozesse, die ohne unser Zutun abzulaufen scheinen. Wer sich mit dieser Anschauung zufrieden gibt, der ist zu bedauern, denn er kann keinen Zugang mehr zu seinem wahren Ich finden, das in seinem Inneren ruht und sich – aufgrund eines bedingungslosen Glaubens an die Materie – nicht mehr äußern kann.
Wer aber – berührt durch starke seelische Erlebnisse und Erschütterungen – zu ahnen beginnt, daß es im Leben ganz andere Qualitäten gibt, Erfahrungen, die weit über das Vergänglich-Irdische hinausreichen und ihn sekundenlang glauben lassen, die Zeit stehe still, der verläßt sich nicht mehr ausschließlich auf seinen äußeren Willen, sondern nimmt ihn zurück. So mag er erleben – wie Hölderlin es in der Friedensfeier ausdrückt:
„daß, wenn die Stille kehrt, auch eine Sprache sei“.
Anmerkungen:
(1) Vgl.: Röm. 9, 18.
(2) Vgl.: Augustinus, Brief 217, 5. In: Augustinus (mit Selbstzeugnissen und Briefdokumenten). Hrsg. V. Henri Marrou, Hamburg 1994, IX, S. 82.
(3) Vgl.: http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/113/74039/
(4) Hans Helmut Kornhuber im Gespräch mit Doris Helmberger. In: Die Furche Nr. 51/52 vom 21.12.06, S.10.
(5) Doris Helmberger berichtet unter der Überschrift „Keine Freiheit“ in der Furche Nr. 51/52 das Folgende: Wann regt sich etwas im Gehirn, wenn wir etwas tun? Diese Frage stellten sich der Neurologe Hans Helmut Kornhuber und sein Doktorand Lüder Deecke im Jahr 1964. Sie baten Versuchspersonen an der Neurologischen Klinik in Freiburg, spontane Fingerbewegungen auszuführen, während zugleich deren Hirnströme gemessen wurden. Das Ergebnis: Bereits mehr als eine Sekunde vor der willkürlichen Bewegung zeigte sich im EEG eine charakteristische Welle – das „Bereitschaftspotential“. Jahre später wurde der Versuch vom US-Physiologen Benjamin Libet erweitert: Er ließ Probanden wiederum Fingerbewegungen durchführen – und er bat sie zugleich, sich zu merken, wann genau sie den bewußten Wunsch dazu verspürten. Fazit: Der Willensakt wurde erst 200 Millisekunden vor der Ausführung bewußt – lange nach der „Bereitschaft“ des Gehirns. Was Libet 1983 publizierte, dient heute Hirnforschern wie Wolf Singer oder Gerhard Roth als Beleg für ihre These, der freie Wille sei eine Illusion: Bevor der Mensch glaube, etwas bewußt zu wollen, habe schließlich das Gehirn längst entschieden.“
(6) Hans Helmut Kornhuber im Gespräch, a. a. O.
(7) Vgl.: http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/506/74432/
(8) Hans Helmut Kornhuber im Gespräch, a. a. O.
(9) Lüder Deecke im Gespräch mit Doris Helmberger. In: Die Furche, a. a. O.
(10) Vgl.: Abd-ru-shin, Der Mensch und sein freier Wille. In: Im Lichte der Wahrheit, Gralsbotschaft, Bd II, Stuttgart 1990.
(11) Vgl.: Abd-ru-shin, Erstarrung. In: Im Lichte der Wahrheit, Gralsbotschaft, Bd I.
Autor: Dr. Christian Baur
