Expressives Schreiben
Fort mit der Prüfungsangst!
Angst vor Prüfungen ist weit verbreitet, und wer möchte nicht frei davon sein! Dumm ist außerdem, daß man meistens vor der Prüfung warten muß, weil man nicht zu spät kommen wollte, und hierbei erneut den Ängsten ausgesetzt ist, weil es wenig gibt, was ablenken könnte. Eine einfache Methode hat jetzt Abhilfe geschaffen. Sie wird expressives Schreiben genannt.
Expressives Schreiben
Anstatt vor dem Test bloß zu warten, erhielten die Versuchspersonen die Aufgabe, zehn Minuten lang ihre Sorgen und Ängste bezüglich der Prüfung detailliert aufzuschreiben. Eine Kontrollgruppe durfte sich stattdessen in der gleichen Zeit langweilen, während eine dritte Gruppe ihre Gedanken zu einem anderen, neutralen Thema zu Papier bringen sollte. Die erste Gruppe, die ihre persönlichen Sorgen bezüglich der Prüfung niederschrieb, schnitt deutlich besser ab als die anderen beiden Gruppen. Expressives Schreiben wurde ebenfalls mit Erfolg in der Schule ausprobiert. (1)
Es konnte nachgewiesen werden, daß das Ergebnis von Prüfungen ganz klar mit der Angst vor der Prüfung korreliert: je größer die Angst vor der Prüfung war, desto schlechter fiel die Prüfung aus. Durften die Studenten vorher ihre Ängste aufschreiben, gab es die Korrelation nicht mehr. Besonders die ängstlichen Teilnehmer profitierten am meisten und schnitten ebenso gut ab wie diejenigen, die von Anfang an keine Angst hatten.
Was ist der Grund für den Erfolg der Methode?
Es wurde gemessen, daß das Arbeitsgedächtnis nach dem expressiven Schreiben mehr leistet. Das Arbeitsgedächtnis dient dazu, Informationen und Gedanken, die beispielsweise für ein Gespräch gebraucht werden, zur Verfügung zu halten, damit sie schnell abgerufen werden können. Auch wenn traumatische Erlebnisse vorliegen oder Ereignisse, die Streß erzeugt haben, hilft expressives Schreiben. Je besser die Personen ihre Sorgen und Nöte in klarem Zusammenhang und ohne Umschweife darstellen konnten, um so größer war der Erfolg. (2) Es geht also darum, den zugrundeliegenden Sachverhalt mit geschärftem Bewußtsein zu betrachten und darzulegen. Aber es kommt noch etwas hinzu:
Die Macht der Gedanken
Abd-ru-shin erklärt in seinem Werk „Im Lichte der Wahrheit“, daß Gedanken Formen annehmen und als solche beweglich sind. Sie unterliegen dem Gesetz der Anziehung gleicher Arten. Gleichartige Gedanken sammeln sich in Zentralen. Der Erzeuger eines Gedankens bleibt mit dem Gedanken verbunden und ist dadurch empfänglich für gleichartige Gedanken, die aus dieser Zentrale zurückströmen. (3) Das ist die Erklärung dafür, daß sich die Ängste steigern können, wenn der Betreffende nichts dagegen unternimmt. Solange sich der Prüfling Sorgen macht und ängstigt, ist sein Arbeitsgedächtnis mit diesen Gedanken besetzt, es ist nicht frei für die Prüfungsaufgaben.
Was bewirkt das Niederschreiben?
Man weiß schon von alters her, daß es nützlich ist, einer anderen Person das zu berichten, was einen bedrückt. Man schüttet gewissermaßen seine Seele aus, befreit sich von der drückenden Last. In unserem Fall ersetzt das Papier den Zuhörer. Wie oben erwähnt, ist der Schreibende gezwungen, sich zu konzentrieren, um seine Gedanken folgerichtig und klar auszudrücken. Aber das allein wäre nicht genug. Denn das mußten die Versuchspersonen, die ihre Gedanken zu einem neutralen Thema zu Papier brachten, ebenfalls. Es müssen ganz spezifisch die Sorgen und Ängste bezüglich ihrer Ursache aufgeschrieben werden. Der Akt des Schreibens beendet den Gedankenprozeß. Dann ist der Kopf und damit das Arbeitsgedächtnis wieder frei.
Gilt die Methode nur für Prüfungsängste?
Wie oben erwähnt, wurde das expressive Schreiben auch schon bei Traumata und Situationen, die Streß erzeugen, mit Erfolg angewandt. Da es sich ja immer um Gedanken handelt, die das Gehirn beschäftigen, wird das Gehirn in jedem Fall durch das Aufschreiben von den lästigen Gedanken befreit. Wenn die Ängste unbewußter Natur sind, also im Unbewußten ihren Ursprung haben, werden sie durch den Akt des Schreibens bewußt durchdacht und können dadurch vielleicht sogar aufgelöst werden. (2) Der Ausspruch „Gedanken auf das Papier bannen“ erhält damit über das tatsächliche Aufschreiben hinaus eine doppelte Bedeutung, nämlich die Entfernung der Gedanken aus dem Kopf.
Literatur:
1) G. Ramirez et al., Writing about testing worries boosts exam performance in the classroom, Science 331, 211-213, 2011
2) W. Klein et al., Expressive writing can increase working memory capacity, J. Exp. Psychol. Gen. 130, 520-533, 2001
3) Abd-ru-shin, Im Lichte der Wahrheit, Verlag der Stiftung Gralsbotschaft 1990
Expressives Schreiben
Anstatt vor dem Test bloß zu warten, erhielten die Versuchspersonen die Aufgabe, zehn Minuten lang ihre Sorgen und Ängste bezüglich der Prüfung detailliert aufzuschreiben. Eine Kontrollgruppe durfte sich stattdessen in der gleichen Zeit langweilen, während eine dritte Gruppe ihre Gedanken zu einem anderen, neutralen Thema zu Papier bringen sollte. Die erste Gruppe, die ihre persönlichen Sorgen bezüglich der Prüfung niederschrieb, schnitt deutlich besser ab als die anderen beiden Gruppen. Expressives Schreiben wurde ebenfalls mit Erfolg in der Schule ausprobiert. (1)
Es konnte nachgewiesen werden, daß das Ergebnis von Prüfungen ganz klar mit der Angst vor der Prüfung korreliert: je größer die Angst vor der Prüfung war, desto schlechter fiel die Prüfung aus. Durften die Studenten vorher ihre Ängste aufschreiben, gab es die Korrelation nicht mehr. Besonders die ängstlichen Teilnehmer profitierten am meisten und schnitten ebenso gut ab wie diejenigen, die von Anfang an keine Angst hatten.
Was ist der Grund für den Erfolg der Methode?
Es wurde gemessen, daß das Arbeitsgedächtnis nach dem expressiven Schreiben mehr leistet. Das Arbeitsgedächtnis dient dazu, Informationen und Gedanken, die beispielsweise für ein Gespräch gebraucht werden, zur Verfügung zu halten, damit sie schnell abgerufen werden können. Auch wenn traumatische Erlebnisse vorliegen oder Ereignisse, die Streß erzeugt haben, hilft expressives Schreiben. Je besser die Personen ihre Sorgen und Nöte in klarem Zusammenhang und ohne Umschweife darstellen konnten, um so größer war der Erfolg. (2) Es geht also darum, den zugrundeliegenden Sachverhalt mit geschärftem Bewußtsein zu betrachten und darzulegen. Aber es kommt noch etwas hinzu:
Die Macht der Gedanken
Abd-ru-shin erklärt in seinem Werk „Im Lichte der Wahrheit“, daß Gedanken Formen annehmen und als solche beweglich sind. Sie unterliegen dem Gesetz der Anziehung gleicher Arten. Gleichartige Gedanken sammeln sich in Zentralen. Der Erzeuger eines Gedankens bleibt mit dem Gedanken verbunden und ist dadurch empfänglich für gleichartige Gedanken, die aus dieser Zentrale zurückströmen. (3) Das ist die Erklärung dafür, daß sich die Ängste steigern können, wenn der Betreffende nichts dagegen unternimmt. Solange sich der Prüfling Sorgen macht und ängstigt, ist sein Arbeitsgedächtnis mit diesen Gedanken besetzt, es ist nicht frei für die Prüfungsaufgaben.
Was bewirkt das Niederschreiben?
Man weiß schon von alters her, daß es nützlich ist, einer anderen Person das zu berichten, was einen bedrückt. Man schüttet gewissermaßen seine Seele aus, befreit sich von der drückenden Last. In unserem Fall ersetzt das Papier den Zuhörer. Wie oben erwähnt, ist der Schreibende gezwungen, sich zu konzentrieren, um seine Gedanken folgerichtig und klar auszudrücken. Aber das allein wäre nicht genug. Denn das mußten die Versuchspersonen, die ihre Gedanken zu einem neutralen Thema zu Papier brachten, ebenfalls. Es müssen ganz spezifisch die Sorgen und Ängste bezüglich ihrer Ursache aufgeschrieben werden. Der Akt des Schreibens beendet den Gedankenprozeß. Dann ist der Kopf und damit das Arbeitsgedächtnis wieder frei.
Gilt die Methode nur für Prüfungsängste?
Wie oben erwähnt, wurde das expressive Schreiben auch schon bei Traumata und Situationen, die Streß erzeugen, mit Erfolg angewandt. Da es sich ja immer um Gedanken handelt, die das Gehirn beschäftigen, wird das Gehirn in jedem Fall durch das Aufschreiben von den lästigen Gedanken befreit. Wenn die Ängste unbewußter Natur sind, also im Unbewußten ihren Ursprung haben, werden sie durch den Akt des Schreibens bewußt durchdacht und können dadurch vielleicht sogar aufgelöst werden. (2) Der Ausspruch „Gedanken auf das Papier bannen“ erhält damit über das tatsächliche Aufschreiben hinaus eine doppelte Bedeutung, nämlich die Entfernung der Gedanken aus dem Kopf.
Literatur:
1) G. Ramirez et al., Writing about testing worries boosts exam performance in the classroom, Science 331, 211-213, 2011
2) W. Klein et al., Expressive writing can increase working memory capacity, J. Exp. Psychol. Gen. 130, 520-533, 2001
3) Abd-ru-shin, Im Lichte der Wahrheit, Verlag der Stiftung Gralsbotschaft 1990
Autor: Prof. Dr. Dieter Malchow (Tel.: 07531 -43452)
