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Startseite›Themenbereiche›Lebenshilfe›Eine Pille für das Superhirn
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Brain-Doping

Eine Pille für das Superhirn

Doping im Sport ist in aller Munde. Man hofft immer wieder vergebens, den Ehrgeiz der Sportler in den Grenzen des Erlaubten zu halten. Für einen einmaligen Sieg ist offenbar die Mehrheit dazu bereit, die eigene Gesundheit sowie jede Moral aufs Spiel zu setzen.

Leistungssteigernde Pillen sollen jetzt auch das Denken stimulieren, es ermöglichen, im Wettbewerb der Intelligenz die anderen zur Seite zu schieben. Glaubt man wirklich, daß auch hier allein „der Stärkere“ die wahren Lebenschancen ergreift?

Das neue Zauberwort „Brain Doping“

Das neue Zauberwort heißt also „Brain Doping“. In der englischen Version dieses Begriffs neigt man gerne dazu, moralische Bedenken erst einmal zurückzustellen, und möchte fragen, was denn die Universitäten, die unmittelbar von dieser neuen Entwicklung betroffen sind, dazu zu sagen haben. So drückt Hank Greely, Jura-Professor an der Stanford Universität, seine Überzeugung folgendermaßen aus: „Brain Doping hat absolut nichts Anstößiges. Sich verbessern zu wollen, ist nichts Schlechtes.

Man muß die Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden abwägen: Ob ich mich durch eine wirkungsvolle Pille verbessern kann oder durch drei Jahre Jura-Studium, oder ob ich mich weiter verbessern kann durch eine Kombination beider Methoden – also studieren und Brain Doping – da sehe ich moralisch keinerlei Unterschied.“ (1) Dies scheint ja „sehr beruhigend“ zu sein. Zumal in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen wird, die große Mehrheit der Elite-Studenten in den USA habe Erfahrung mit Brain Doping, es seien inzwischen „25 Prozent aller Studenten“.

Doch Brain Doping spielt auch außerhalb der Universitäten bereits eine Rolle. Das Wissenschaftsmagazin „Nature“ startete eine weltweite Leserumfrage und kam zu folgendem Ergebnis: „Von Lesern aus 60 verschiedenen Ländern in allen Altersgruppen und diversen Berufen gaben satte 20 Prozent zu, ihrem Gehirn mit Chemie auf die Sprünge geholfen zu haben.

Beliebte verschreibungspflichtige Mittel sind Ritalin, verschrieben gegen chronische Aufmerksamkeitsdefizite, oder Adderall, verordnet gegen krankhafte Schlafanfälle. Als Reaktion auf die Umfrage im Magazin ‚Nature‘ hat Greely zusammen mit sechs Kollegen einen Aufruf verfaßt. Die Wissenschaftler fordern einen rationaleren und offeneren Umgang mit Gehirn-Doping.“ (2)

Der „offenere Umgang“ mit dem neuen Phänomen meint zunächst die Überwindung moralischer Vorbehalte – die gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen, die auftreten können, scheinen hingegen kaum Gegenstand ernsthafter Überlegungen zu sein. Denn der Mensch neigt nicht nur dazu, die Natur als solche auszubeuten, er unternimmt dies auch gegenüber seinem eigenen Körper, der – noch immer – der Natur angehört.

Natürlich gibt es auch eine rein medizinische Seite der jetzigen Forschung, in der es u. a. um Alterskrankheiten wie Alzheimer, Demenz oder Parkinson geht. Neue Grundlagen sollen gewonnen werden, um das menschliche Gehirn besser zu verstehen. Hier wird hochmoralisch argumentiert. Zack Lynch, ein amerikanischer Autor bzw. Berater in der Neuroforschung sagt das Folgende: „Es geht hier um die Frage des Überlebens. […]

Wir leben länger und wollen auch im Alter noch wettbewerbsfähig bleiben und in der Lage sein, Neues zu lernen. Ich bin überzeugt, daß in Zukunft diese Technologien zu unserem Alltag gehören werden. Genauso wie heute jeder ein Mobiltelefon oder ein Auto benutzt.“ (3) Aber dieser Aspekt der neurologischen Forschung und ihrer Anwendung im täglichen Leben verhält sich ähnlich wie die moderne Raumfahrttechnologie, deren Sinn jeder für sich beantworten mag: sie bringt natürlich auch einen gewissen technischen Fortschritt für den Alltag mit sich!

Bessere Gehirnleistung, andere Gefühle, veränderte Wahrnehmungen des Lebens

Die eigentliche Tendenz des „Brain Dopings“ geht letztlich in eine ganz andere Richtung. So verrät Zack Lynch über „die Revolution der neurologischen Forschung“, das Brain Doping von heute sei erst der Anfang: „Was wir in Zukunft an Mitteln und Medikamenten zur Verfügung haben, wird wesentlich effektiver und spezifischer sein […]

Wir werden nicht nur die Gehirnleistung verbessern, die kommende Neuro-Revolution wird auch unsere Gefühlswelt beeinflussen […] Ich glaube, daß sich die menschliche Wahrnehmung radikal ändern wird – von der Wahrnehmung des Alltags oder dramatischen Ereignissen wie Kriegen, Wirtschaftsrezessionen, Geburt, Tod oder Kunst.“ (4)

Wird das psycho-physische Glück der „Schönen neuen Welt“ angestrebt?

So weit, so gut! Doch diese übertrieben optimistischen Einschätzungen eines Fortschritts bei der Gehirnleistung, ja sogar in der Beeinflussung der Gefühlswelt und unserer subjektiven Wahrnehmungen des Lebens – letztlich ohne Rücksichtnahme auf Gesundheit und Moral – erinnern stark an Aldous Huxleys Roman-Utopie „Schöne neue Welt“ von 1932.

In diesem Buch ist es zwar nicht der einzelne, der seine Intelligenz- und Gefühlswelt mit Hilfe der modernen Chemie steuert, sondern der totalitäre Staat. Dieser betreibt die künstliche Aufzucht seiner Bewohner und erreicht deren physische und psychische Normierung und Kontrolle. In diesem Staat sind die Menschen glücklich, „sie bekommen, was sie begehren, und begehren nichts, was sie nicht bekommen können. Es geht ihnen gut, sie sind geborgen, immer gesund, haben keine Angst vor dem Tod. Leidenschaft und Alter sind diesen Glücklichen unbekannt …“ (5)

Wo ist wahres Glück, wo ist wahre Freude zu Hause?

Was ist es für ein Glück, das hier propagiert wird? Es beschränkt sich auf einen rein sinnlich-materiellen Aspekt, wobei seelische Bewegungen möglichst ausgeschaltet oder nivelliert werden. Damit werden jedoch auch die Empfindungen von Freude und Leid – sie sind für die innere Entwicklung des Menschen ganz wesentlich – ebenso unterbunden!

Denn die Freude und das Leid sind – wie die Liebe – vor allem seelische Erfahrungen. So beruht die Freude auf einem Frohgestimmtsein, das ebenso bei der Arbeit, in der Begegnung mit dem Nächsten wie durch ein sonstiges glückliches Erlebnis ausgelöst werden kann. Über eine frohe Grundstimmung können einzelne Menschen – weitgehend unabhängig von äußeren Bedingungen – auch recht dauerhaft verfügen oder sie nach einer Phase von traurigen Erlebnissen wieder zurückgewinnen. Doch was kann die Voraussetzung für eine solche – beneidenswerte – gute seelische Stimmung sein?

Auf Christus geht das Wort zurück: „Es sei denn, daß ihr umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen“ (Matth. 18, 3). Damit wird zunächst die für den Menschen notwendige Demut angesprochen. Doch das Kind ist mit seiner Kindlichkeit in einem weiteren Sinne ein Vorbild, denn auf dieses trifft auch die Aussage der Seligpreisungen zu, wo es u. a. heißt: „Selig sind, die reines Herzens sind …“ (Matth. 5, 8).

Von dieser kindlichen und zugleich gläubigen Grundhaltung, die einen im Innersten frohen Menschen auszeichnet – dieser ist durchaus bereit, Trauer und Schmerz zuzulassen -, haben wir uns heute so grundsätzlich entfernt, daß unüberbrückbare Welten dazwischenzuliegen scheinen.

Die Erkenntnis der Natur als Herausforderung an den Menschen

Verhält es sich mit der Kindlichkeit nicht wie mit der Natur, haben wir uns nicht völlig von ihr entfremdet? Wir wissen zwar, daß wir die Natur – zu unserem eigenen Besten, ja für unser Überleben – nicht mehr ausbeuten dürfen, daß wir sie unbedingt bewahren müssen, doch wir sind, trotz aller Appelle, sehr weit von einem wahren Einklang mit ihr entfernt.

Und doch ist es ein erster Schritt, die Natur in einem größeren Umfang anzuerkennen: als Maßstab für den Menschen und als wesentlicher Teil der Schöpfung, die uns als Lebensraum geschenkt wurde. Denn mit einer bescheidenen, dankbar empfangenden Haltung gegenüber der Natur beginnen wir nicht nur die Natur zu erkennen, sondern auch uns selbst.

So äußerte zum Beispiel Goethe die Auffassung (1829 zu Eckermann), die Natur verschmähe „den Unzulänglichen“ und offenbare „nur dem Zugänglichen, Wahren und Reinen“[…] ihre Geheimnisse.“ Damit hat der hochintellektuelle alternde Goethe entweder noch ein Stück Kindlichkeit bewahrt – oder in weiser Einsicht – wiedergewonnen.

Er gab und gibt ein Beispiel dafür, daß wir uns überhaupt nichts vergeben, wenn wir etwas von unserem scheinbar so bedeutenden Wissen zurücklassen, um uns in wahrer Erkenntnis der Natur und des eigenen Ichs wieder in die Schöpfung einzufügen – statt sie auszubeuten. Denn es bringt überhaupt nichts, aus unserem Körper auch noch das Letzte um eines kurzfristigen Erfolgs willen herauszuholen! Dabei ist die Pille für das Supergedächtnis weder eine Frage des wahren Überlebens noch irgendein gangbarer Weg!

Abd-ru-shin weist in seiner Gralsbotschaft darauf hin, daß es die Aufgabe des Menschen ist, sich zu einem „Kind der Schöpfung“ zu entwickeln, und darin liege ein „tiefer Sinn; denn zu einem Kinde Gottes muß er sich entwickeln. Ob er es je erreicht, das hängt allein vom Grade der Erkenntnis ab, die er sich anzueignen willig ist auf seiner Wanderung durch alle Stofflichkeiten.“

Literatur:

(1) – (4) Vgl.: Stephan Müller, Gehirn-Doping. In: Kulturzeit
(5) Siehe Aldous Huxley, Brave New World. Schöne neue Welt. Frankfurt a. M. 1981/95.


Das neue Zauberwort „Brain Doping“

Das neue Zauberwort heißt also „Brain Doping“. In der englischen Version dieses Begriffs neigt man gerne dazu, moralische Bedenken erst einmal zurückzustellen, und möchte fragen, was denn die Universitäten, die unmittelbar von dieser neuen Entwicklung betroffen sind, dazu zu sagen haben. So drückt Hank Greely, Jura-Professor an der Stanford Universität, seine Überzeugung folgendermaßen aus: „Brain Doping hat absolut nichts Anstößiges. Sich verbessern zu wollen, ist nichts Schlechtes.

Man muß die Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden abwägen: Ob ich mich durch eine wirkungsvolle Pille verbessern kann oder durch drei Jahre Jura-Studium, oder ob ich mich weiter verbessern kann durch eine Kombination beider Methoden – also studieren und Brain Doping – da sehe ich moralisch keinerlei Unterschied.“ (1) Dies scheint ja „sehr beruhigend“ zu sein. Zumal in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen wird, die große Mehrheit der Elite-Studenten in den USA habe Erfahrung mit Brain Doping, es seien inzwischen „25 Prozent aller Studenten“.

Doch Brain Doping spielt auch außerhalb der Universitäten bereits eine Rolle. Das Wissenschaftsmagazin „Nature“ startete eine weltweite Leserumfrage und kam zu folgendem Ergebnis: „Von Lesern aus 60 verschiedenen Ländern in allen Altersgruppen und diversen Berufen gaben satte 20 Prozent zu, ihrem Gehirn mit Chemie auf die Sprünge geholfen zu haben.

Beliebte verschreibungspflichtige Mittel sind Ritalin, verschrieben gegen chronische Aufmerksamkeitsdefizite, oder Adderall, verordnet gegen krankhafte Schlafanfälle. Als Reaktion auf die Umfrage im Magazin ‚Nature‘ hat Greely zusammen mit sechs Kollegen einen Aufruf verfaßt. Die Wissenschaftler fordern einen rationaleren und offeneren Umgang mit Gehirn-Doping.“ (2)

Der „offenere Umgang“ mit dem neuen Phänomen meint zunächst die Überwindung moralischer Vorbehalte – die gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen, die auftreten können, scheinen hingegen kaum Gegenstand ernsthafter Überlegungen zu sein. Denn der Mensch neigt nicht nur dazu, die Natur als solche auszubeuten, er unternimmt dies auch gegenüber seinem eigenen Körper, der – noch immer – der Natur angehört.

Natürlich gibt es auch eine rein medizinische Seite der jetzigen Forschung, in der es u. a. um Alterskrankheiten wie Alzheimer, Demenz oder Parkinson geht. Neue Grundlagen sollen gewonnen werden, um das menschliche Gehirn besser zu verstehen. Hier wird hochmoralisch argumentiert. Zack Lynch, ein amerikanischer Autor bzw. Berater in der Neuroforschung sagt das Folgende: „Es geht hier um die Frage des Überlebens. […]

Wir leben länger und wollen auch im Alter noch wettbewerbsfähig bleiben und in der Lage sein, Neues zu lernen. Ich bin überzeugt, daß in Zukunft diese Technologien zu unserem Alltag gehören werden. Genauso wie heute jeder ein Mobiltelefon oder ein Auto benutzt.“ (3) Aber dieser Aspekt der neurologischen Forschung und ihrer Anwendung im täglichen Leben verhält sich ähnlich wie die moderne Raumfahrttechnologie, deren Sinn jeder für sich beantworten mag: sie bringt natürlich auch einen gewissen technischen Fortschritt für den Alltag mit sich!

Bessere Gehirnleistung, andere Gefühle, veränderte Wahrnehmungen des Lebens

Die eigentliche Tendenz des „Brain Dopings“ geht letztlich in eine ganz andere Richtung. So verrät Zack Lynch über „die Revolution der neurologischen Forschung“, das Brain Doping von heute sei erst der Anfang: „Was wir in Zukunft an Mitteln und Medikamenten zur Verfügung haben, wird wesentlich effektiver und spezifischer sein […]

Wir werden nicht nur die Gehirnleistung verbessern, die kommende Neuro-Revolution wird auch unsere Gefühlswelt beeinflussen […] Ich glaube, daß sich die menschliche Wahrnehmung radikal ändern wird – von der Wahrnehmung des Alltags oder dramatischen Ereignissen wie Kriegen, Wirtschaftsrezessionen, Geburt, Tod oder Kunst.“ (4)

Wird das psycho-physische Glück der „Schönen neuen Welt“ angestrebt?

So weit, so gut! Doch diese übertrieben optimistischen Einschätzungen eines Fortschritts bei der Gehirnleistung, ja sogar in der Beeinflussung der Gefühlswelt und unserer subjektiven Wahrnehmungen des Lebens – letztlich ohne Rücksichtnahme auf Gesundheit und Moral – erinnern stark an Aldous Huxleys Roman-Utopie „Schöne neue Welt“ von 1932.

In diesem Buch ist es zwar nicht der einzelne, der seine Intelligenz- und Gefühlswelt mit Hilfe der modernen Chemie steuert, sondern der totalitäre Staat. Dieser betreibt die künstliche Aufzucht seiner Bewohner und erreicht deren physische und psychische Normierung und Kontrolle. In diesem Staat sind die Menschen glücklich, „sie bekommen, was sie begehren, und begehren nichts, was sie nicht bekommen können. Es geht ihnen gut, sie sind geborgen, immer gesund, haben keine Angst vor dem Tod. Leidenschaft und Alter sind diesen Glücklichen unbekannt …“ (5)

Wo ist wahres Glück, wo ist wahre Freude zu Hause?

Was ist es für ein Glück, das hier propagiert wird? Es beschränkt sich auf einen rein sinnlich-materiellen Aspekt, wobei seelische Bewegungen möglichst ausgeschaltet oder nivelliert werden. Damit werden jedoch auch die Empfindungen von Freude und Leid – sie sind für die innere Entwicklung des Menschen ganz wesentlich – ebenso unterbunden!

Denn die Freude und das Leid sind – wie die Liebe – vor allem seelische Erfahrungen. So beruht die Freude auf einem Frohgestimmtsein, das ebenso bei der Arbeit, in der Begegnung mit dem Nächsten wie durch ein sonstiges glückliches Erlebnis ausgelöst werden kann. Über eine frohe Grundstimmung können einzelne Menschen – weitgehend unabhängig von äußeren Bedingungen – auch recht dauerhaft verfügen oder sie nach einer Phase von traurigen Erlebnissen wieder zurückgewinnen. Doch was kann die Voraussetzung für eine solche – beneidenswerte – gute seelische Stimmung sein?

Auf Christus geht das Wort zurück: „Es sei denn, daß ihr umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen“ (Matth. 18, 3). Damit wird zunächst die für den Menschen notwendige Demut angesprochen. Doch das Kind ist mit seiner Kindlichkeit in einem weiteren Sinne ein Vorbild, denn auf dieses trifft auch die Aussage der Seligpreisungen zu, wo es u. a. heißt: „Selig sind, die reines Herzens sind …“ (Matth. 5, 8).

Von dieser kindlichen und zugleich gläubigen Grundhaltung, die einen im Innersten frohen Menschen auszeichnet – dieser ist durchaus bereit, Trauer und Schmerz zuzulassen -, haben wir uns heute so grundsätzlich entfernt, daß unüberbrückbare Welten dazwischenzuliegen scheinen.

Die Erkenntnis der Natur als Herausforderung an den Menschen

Verhält es sich mit der Kindlichkeit nicht wie mit der Natur, haben wir uns nicht völlig von ihr entfremdet? Wir wissen zwar, daß wir die Natur – zu unserem eigenen Besten, ja für unser Überleben – nicht mehr ausbeuten dürfen, daß wir sie unbedingt bewahren müssen, doch wir sind, trotz aller Appelle, sehr weit von einem wahren Einklang mit ihr entfernt.

Und doch ist es ein erster Schritt, die Natur in einem größeren Umfang anzuerkennen: als Maßstab für den Menschen und als wesentlicher Teil der Schöpfung, die uns als Lebensraum geschenkt wurde. Denn mit einer bescheidenen, dankbar empfangenden Haltung gegenüber der Natur beginnen wir nicht nur die Natur zu erkennen, sondern auch uns selbst.

So äußerte zum Beispiel Goethe die Auffassung (1829 zu Eckermann), die Natur verschmähe „den Unzulänglichen“ und offenbare „nur dem Zugänglichen, Wahren und Reinen“[…] ihre Geheimnisse.“ Damit hat der hochintellektuelle alternde Goethe entweder noch ein Stück Kindlichkeit bewahrt – oder in weiser Einsicht – wiedergewonnen.

Er gab und gibt ein Beispiel dafür, daß wir uns überhaupt nichts vergeben, wenn wir etwas von unserem scheinbar so bedeutenden Wissen zurücklassen, um uns in wahrer Erkenntnis der Natur und des eigenen Ichs wieder in die Schöpfung einzufügen – statt sie auszubeuten. Denn es bringt überhaupt nichts, aus unserem Körper auch noch das Letzte um eines kurzfristigen Erfolgs willen herauszuholen! Dabei ist die Pille für das Supergedächtnis weder eine Frage des wahren Überlebens noch irgendein gangbarer Weg!

Abd-ru-shin weist in seiner Gralsbotschaft darauf hin, daß es die Aufgabe des Menschen ist, sich zu einem „Kind der Schöpfung“ zu entwickeln, und darin liege ein „tiefer Sinn; denn zu einem Kinde Gottes muß er sich entwickeln. Ob er es je erreicht, das hängt allein vom Grade der Erkenntnis ab, die er sich anzueignen willig ist auf seiner Wanderung durch alle Stofflichkeiten.“

Literatur:

(1) – (4) Vgl.: Stephan Müller, Gehirn-Doping. In: Kulturzeit
(5) Siehe Aldous Huxley, Brave New World. Schöne neue Welt. Frankfurt a. M. 1981/95.



Autor: Dr. Christian Baur

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Dr. Christian Baur

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