Woche 41 | 2011
Ist eine Reinkarnationstherapie sinnvoll?
Oft werden „Reinkarnationstherapien“ angeboten, durch die seelische Konflikte gelöst werden können. Ist eine solche Therapie sinnvoll?
Da „Reinkarnationstherapie“ kein medizinisch oder psychologisch festgelegter Begriff ist, können Therapeuten, die sich damit befassen, unterschiedliche Techniken anwenden. Im allgemeinen handelt es sich um Rückführungen mit Hilfe von Hypnose (oder anderen Methoden), die über die Geburt hinausreichen und Erinnerungen aus einem früheren Leben ins Tagbewußtsein bringen sollen.
Man geht davon aus, daß ein bewußter Blick auf ein psychologisches Problem, das in einem früheren Leben seinen Anfang nahm, dabei hilft, dieses sonst nicht „greifbare“ Problem zu lösen. Daher versucht man, Zusammenhänge aus früheren Leben bewußt zu machen und den Einfluß des Störfaktors zu beseitigen.
Über die Wirksamkeit solcher Therapien kann ich an dieser Stelle nichts Allgemeingültiges sagen, da das Ergebnis – wie bei jeder therapeutischen Maßnahme – wesentlich von der konkreten Problematik sowie von den Fähigkeiten und dem Verantwortungsbewußtsein des Therapeuten abhängt.
Grundsätzlich aber sollte man sich darüber bewußt sein, daß es das Ziel jeder solchen Therapie ist, den Zugang zu Bereichen der Innenwelt zu öffnen, die von Natur aus nicht umsonst verschlossen sind. Weil kein Therapeut die vielfältige seelisch-geistige Welt seines Patienten von außen überschauen kann, besteht die Gefahr, daß im Hintergrund des Nutzens, der erreicht werden kann, unerkannt Schaden entsteht – ähnlich wie bei einem Medikament, das zwar die Krankheitssymptome lindert, aber auch viele unerwünschte Nebenwirkungen zeitigen kann (wobei Nebenwirkungen auf der körperlichen Ebene natürlich leichter zu erkennen und zuzuordnen sind als im seelisch-geistigen Bereich).
Der gedankliche Ansatz für Rückführungen – ob sie nun in ein früheres Leben oder nur in die Kindheit reichen – ist der Schulmedizin durchaus vergleichbar: Man geht die Sache symptomatisch an, also mit Blick auf ein bestimmtes Problem, und befaßt sich dann mit jenem „Schlüsselerlebnis“, das dieses Problem zutage brachte. Im Hintergrund aber steht die Frage, welche persönlichen Neigungen oder Schwächen die eigentlichen Ursachen sind, die das Erlebnis einst ermöglichten – sie müßten beseitigt werden.
Den zurückliegenden Lebensweg zu analysieren, kann durchaus wertvolle Erkenntnisse zutage bringen. Doch nachhaltige Entwicklungen in der seelisch-geistigen Innenwelt bedürfen einer bewußten Änderung im Verhalten – auf der Grundlage eines starken guten Wollens und im Hinblick auf ein wertvolles Lebensziel.
Aus unseren Handlungen resultiert unsere Haltung, aus der Haltung formt sich die Persönlichkeit. Daher muß der therapeutische „Königsweg“ nicht vergangenheits-, sondern gegenwarts- und zukunftsorientiert sein.
Jeder Mensch hat letztlich selbst zu entscheiden, welche Risiken er im Hinblick auf das erhoffte therapeutsiche Ziel auf sich nimmt. Von Rückführungen aus bloßer Neugier möchte ich wegen der erwähnten Gefahren abraten.
Weitere Fragenbeantwortungen finden Sie auch in dem Buch "100 Antworten auf große Lebensfragen"
Da „Reinkarnationstherapie“ kein medizinisch oder psychologisch festgelegter Begriff ist, können Therapeuten, die sich damit befassen, unterschiedliche Techniken anwenden. Im allgemeinen handelt es sich um Rückführungen mit Hilfe von Hypnose (oder anderen Methoden), die über die Geburt hinausreichen und Erinnerungen aus einem früheren Leben ins Tagbewußtsein bringen sollen.
Man geht davon aus, daß ein bewußter Blick auf ein psychologisches Problem, das in einem früheren Leben seinen Anfang nahm, dabei hilft, dieses sonst nicht „greifbare“ Problem zu lösen. Daher versucht man, Zusammenhänge aus früheren Leben bewußt zu machen und den Einfluß des Störfaktors zu beseitigen.
Über die Wirksamkeit solcher Therapien kann ich an dieser Stelle nichts Allgemeingültiges sagen, da das Ergebnis – wie bei jeder therapeutischen Maßnahme – wesentlich von der konkreten Problematik sowie von den Fähigkeiten und dem Verantwortungsbewußtsein des Therapeuten abhängt.
Grundsätzlich aber sollte man sich darüber bewußt sein, daß es das Ziel jeder solchen Therapie ist, den Zugang zu Bereichen der Innenwelt zu öffnen, die von Natur aus nicht umsonst verschlossen sind. Weil kein Therapeut die vielfältige seelisch-geistige Welt seines Patienten von außen überschauen kann, besteht die Gefahr, daß im Hintergrund des Nutzens, der erreicht werden kann, unerkannt Schaden entsteht – ähnlich wie bei einem Medikament, das zwar die Krankheitssymptome lindert, aber auch viele unerwünschte Nebenwirkungen zeitigen kann (wobei Nebenwirkungen auf der körperlichen Ebene natürlich leichter zu erkennen und zuzuordnen sind als im seelisch-geistigen Bereich).
Der gedankliche Ansatz für Rückführungen – ob sie nun in ein früheres Leben oder nur in die Kindheit reichen – ist der Schulmedizin durchaus vergleichbar: Man geht die Sache symptomatisch an, also mit Blick auf ein bestimmtes Problem, und befaßt sich dann mit jenem „Schlüsselerlebnis“, das dieses Problem zutage brachte. Im Hintergrund aber steht die Frage, welche persönlichen Neigungen oder Schwächen die eigentlichen Ursachen sind, die das Erlebnis einst ermöglichten – sie müßten beseitigt werden.
Den zurückliegenden Lebensweg zu analysieren, kann durchaus wertvolle Erkenntnisse zutage bringen. Doch nachhaltige Entwicklungen in der seelisch-geistigen Innenwelt bedürfen einer bewußten Änderung im Verhalten – auf der Grundlage eines starken guten Wollens und im Hinblick auf ein wertvolles Lebensziel.
Aus unseren Handlungen resultiert unsere Haltung, aus der Haltung formt sich die Persönlichkeit. Daher muß der therapeutische „Königsweg“ nicht vergangenheits-, sondern gegenwarts- und zukunftsorientiert sein.
Jeder Mensch hat letztlich selbst zu entscheiden, welche Risiken er im Hinblick auf das erhoffte therapeutsiche Ziel auf sich nimmt. Von Rückführungen aus bloßer Neugier möchte ich wegen der erwähnten Gefahren abraten.
Weitere Fragenbeantwortungen finden Sie auch in dem Buch "100 Antworten auf große Lebensfragen"
Autor: Werner Huemer
