Woche 49 | 2011
Hat Jesu Kreuzestod die Menschheit erlöst?
Mit innerer Neugier beschäftige ich mich mit sogenannten „feststehenden Themen“ aus der katholischen Religion. Dabei gelangte ich durch Gebet und Verinnerlichung in einen Zwiespalt: Während der Meßfeier wird gebetet, daß Jesus, der Heilige Christus, die Sünden der Welt hinwegnimmt. Andererseits aber beruht doch alles auf Ursache und Wirkung. Auch in der Kranken- und Altenpflege zeigt sich stets ein übervolles Faß an Leid und Elend. Man kann die Schuld der Menschen, wie man an vielen Wirkungen sieht, nicht einfach in ein „Meer von göttlicher Barmherzigkeit“ werfen und erwarten, daß die ganze Welt erlöst ist, wie dies in der Eucharistiefeier gedacht wird. Können sich so viele Gläubige irren – oder habe ich zu wenig Gottvertrauen?
Die Mission Jesu lag vor allem darin, den Menschen die einfache Wahrheit direkt aus Gott zu verkünden. Denn auch die Gläubigen der damaligen Zeit waren tief verstrickt in ihre religiösen Dogmen und bemühten sich vielleicht zwar, den zahlreichen Verhaltensregeln gerecht zu werden, die man aus den ursprünglich einfachen Geboten Gottes abgeleitet hatte, aber der lebendige, empfindungsgetragene Bezug zur Wahrheit war verloren gegangen. Diesen Bund der Menschheit mit Gott wollte Jesus durch seine gleichnisreiche Lehre der Gottes- und Nächstenliebe wieder herstellen. Jeder, der Jesu Worten folgt, kann auf diesem Weg in das „Reich Gottes“ gelangen und von seinen Sünden erlöst werden, denn nach dem Gesetz der Wechselwirkung muß jeder Mensch, der Gutes tut, auch Gutes ernten.
Jesus Christus war bereit, die Richtigkeit des von ihm gewiesenen Weges auch gegen den Widerstand mächtiger Persönlichkeiten zu bezeugen und letztlich sogar den Kreuzestod dafür hinzunehmen. Wir können heute kaum ermessen, was dies bedeutet hat, aber die Annahme, daß der Kreuzestod allein eine Erlösung der Menschheit bewirkt hätte, ist zweifellos falsch. Die gegenwärtige Situation auf unserer Erde und auch die Geschichte seit 2000 Jahren beweisen doch klar, daß immer unsere Handlungen darüber entscheiden, in welche Richtung sich etwas entwickelt. Wir Menschen gestalten unser Schicksal selbst – im Gesetz von „Saat und Ernte“, auf das ja auch Jesus hingewiesen hat. Aber Jesus zeigte den einfachsten Weg, unliebsamen Wechselwirkungen zu entgegen – und damit „erlöst“ zu werden. An diese Wegweisung, die zurück zu Gott führt, sollte jede Eucharistiefeier („Eucharistie“ bedeutet „Danksagung“) meines Erachtens in erster Linie erinnern. Und sie sollte – heute mehr denn je – daran ermahnen, entsprechend der Lehre Jesu auch zu leben!
Jesus ist nicht gekommen, um – stellvertretend für die Menschheit – einen schrecklichen Tod zu sterben, sondern er brachte, wie alle von ihm überlieferten Worte bezeugen, eine Wegweisung, die den Menschen in die Pflicht nimmt. Ich glaube, daß sich wirkliches Gottvertrauen nicht darin zeigt, einfach etwas für wahr zu halten, das allen Beobachtungen und jeder klaren Empfindung widerspricht. Echtes, tiefes Vertrauen können wir indes in die Gerechtigkeit des Schöpfers haben, die eine stellvertretende Schuldablösung nicht zuläßt, sondern jedem Menschen in dessen persönlichem Schicksal das bietet, was ihm gerecht wird. Und wir können ebenso auf Gottes Barmherzigkeit und Liebe vertrauen, die uns für unsere innere Entwicklung die Selbstverantwortung geschenkt hat und zugleich stets die richtigen Wege weist, immer neue Chancen bietet und die Befreiung von schuldhaften Verstrickungen ermöglicht.
Weitere Fragenbeantwortungen finden Sie auch in dem Buch "100 Antworten auf große Lebensfragen"
Die Mission Jesu lag vor allem darin, den Menschen die einfache Wahrheit direkt aus Gott zu verkünden. Denn auch die Gläubigen der damaligen Zeit waren tief verstrickt in ihre religiösen Dogmen und bemühten sich vielleicht zwar, den zahlreichen Verhaltensregeln gerecht zu werden, die man aus den ursprünglich einfachen Geboten Gottes abgeleitet hatte, aber der lebendige, empfindungsgetragene Bezug zur Wahrheit war verloren gegangen. Diesen Bund der Menschheit mit Gott wollte Jesus durch seine gleichnisreiche Lehre der Gottes- und Nächstenliebe wieder herstellen. Jeder, der Jesu Worten folgt, kann auf diesem Weg in das „Reich Gottes“ gelangen und von seinen Sünden erlöst werden, denn nach dem Gesetz der Wechselwirkung muß jeder Mensch, der Gutes tut, auch Gutes ernten.
Jesus Christus war bereit, die Richtigkeit des von ihm gewiesenen Weges auch gegen den Widerstand mächtiger Persönlichkeiten zu bezeugen und letztlich sogar den Kreuzestod dafür hinzunehmen. Wir können heute kaum ermessen, was dies bedeutet hat, aber die Annahme, daß der Kreuzestod allein eine Erlösung der Menschheit bewirkt hätte, ist zweifellos falsch. Die gegenwärtige Situation auf unserer Erde und auch die Geschichte seit 2000 Jahren beweisen doch klar, daß immer unsere Handlungen darüber entscheiden, in welche Richtung sich etwas entwickelt. Wir Menschen gestalten unser Schicksal selbst – im Gesetz von „Saat und Ernte“, auf das ja auch Jesus hingewiesen hat. Aber Jesus zeigte den einfachsten Weg, unliebsamen Wechselwirkungen zu entgegen – und damit „erlöst“ zu werden. An diese Wegweisung, die zurück zu Gott führt, sollte jede Eucharistiefeier („Eucharistie“ bedeutet „Danksagung“) meines Erachtens in erster Linie erinnern. Und sie sollte – heute mehr denn je – daran ermahnen, entsprechend der Lehre Jesu auch zu leben!
Jesus ist nicht gekommen, um – stellvertretend für die Menschheit – einen schrecklichen Tod zu sterben, sondern er brachte, wie alle von ihm überlieferten Worte bezeugen, eine Wegweisung, die den Menschen in die Pflicht nimmt. Ich glaube, daß sich wirkliches Gottvertrauen nicht darin zeigt, einfach etwas für wahr zu halten, das allen Beobachtungen und jeder klaren Empfindung widerspricht. Echtes, tiefes Vertrauen können wir indes in die Gerechtigkeit des Schöpfers haben, die eine stellvertretende Schuldablösung nicht zuläßt, sondern jedem Menschen in dessen persönlichem Schicksal das bietet, was ihm gerecht wird. Und wir können ebenso auf Gottes Barmherzigkeit und Liebe vertrauen, die uns für unsere innere Entwicklung die Selbstverantwortung geschenkt hat und zugleich stets die richtigen Wege weist, immer neue Chancen bietet und die Befreiung von schuldhaften Verstrickungen ermöglicht.
Weitere Fragenbeantwortungen finden Sie auch in dem Buch "100 Antworten auf große Lebensfragen"
Autor: Werner Huemer
