WOCHE 5 | 2012
Gibt es die „Auslöschung der Seele im Feuersee“?
In letzter Zeit habe ich mich intensiv mit der Frage beschäftigt, ob es eine ewige Verdammnis gibt oder nicht, und mich mit einer Vielzahl von zum Teil sehr widersprüchlichen Theorien auseinandergesetzt. Manchen behaupten, dass es Gottes Plan sei, alle wieder ins Licht zu führen, und dass das Ende der materiellen Welt erst kommt, wenn auch der letzte Bewohner der Hölle und der niedrigen Jenseitsstufen diesen Weg zurück ins Licht zu Gott geschafft hatte. (Diese Lehre wird auch als Allversöhnung oder Apokatastasis bezeichnet.) Wiederum andere behaupten, dass der zweite Tod, die Vernichtung/Auslöschung der Seele im Feuersee bedeutet. Die Seele hört demnach auf zu existieren, das Bewusstsein erlischt und kann so auch kein Leid mehr empfinden. Und zuletzt gibt es viele, die der Ansicht sind, dass alle, die sich im Feuersee befinden, für immer und ewig gequält werden. Ihre Meinung zu diesem doch recht komplexen Thema würde mich interessieren. Ich erachte die Möglichkeit einer ewigen Verdammnis, aus der es kein Entkommen gibt, doch als sehr grausam.
Zur Frage der „ewigen Verdammnis“ gibt es tatsächlich unterschiedliche religiöse Lehrmeinungen, die im wesentlich dazu auffordern, einfach etwas zu glauben. Demgegenüber ergibt sich aus dem Weltbild des Werkes „Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft“ ein meines Erachtens sehr schlüssiges Gesamtbild (auch) zu dieser Frage, das über den Glauben hinaus zu einer tieferen Überzeugung führen kann.
Demnach gehört das Leben auf der Erde, das in Wirklichkeit mehrere Erdenleben umfasst, zum großen Entwicklungsweg des Menschengeistes. Jede Inkarnation soll die Entwicklung hin zu einem höheren Bewusstsein vorantreiben; der Menschengeist soll reifen, freier werden und lernen, seine eigenen Kräfte so einzusetzen, dass er die Schöpfung fördernd und aufbauend mitgestaltet. Was immer wir erleben – Freude oder Leid – prägt und fördert uns und soll die Sehnsucht nach dem Geistigen wecken und für unser Leben richtungweisend werden lassen, so dass wir uns – wie ein reifer Apfel, der vom Baum fällt – zu gegebener Zeit von der „Stofflichkeit“ wieder lösen.
Nun ist aber die stoffliche Welt – und damit auch die Erde, der wir zum Zweck unserer Entwicklung verbunden sind – dem Prinzip des Werdens und Vergehens unterworfen. Sie besteht nicht – wie das geistige Reich – ewig. Das bedeutet, dass die Zeit, die uns für die Entwicklung im Physischen zur Verfügung steht, naturgemäß begrenzt ist. Wir können daher nicht von „unendlichen“ Inkarnations- oder Entwicklungsmöglichkeiten ausgehen.
Dazu kommt, dass jede Entwicklung eine bestimmte Zeit und bestimmte Rahmenbedingungen benötigt. Wenn man eine Saat zu früh oder zu spät im Jahr ausbringt, kann sie nicht (mehr) richtig reifen. Auf unsere geistige Entwicklung übertragen bedeutet das: Wir müssen nicht nur mit der beschränkten Lebensdauer der Erde rechnen, sondern vor allem auch damit, dass innerhalb dieser Lebensdauer nur ein beschränkter Zeitraum zur Verfügung steht, der uns geeignete Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Innerhalb dieses Zeitrahmens müssen wir reif geworden sein, uns also von der stofflichen Welt wieder gelöst haben. Wenn wir das nicht schaffen – wovor zum Beispiel das biblische Bild vom „zweiten Tod“ warnt –, haben wir sozusagen einen „Point-of-no-return“ überschritten, und wir werden irgendwann in die „Zersetzung“ der stofflichen Welt mitgerissen.
Ich gehe davon aus, dass die Vorstellung von „ewigen Qualen im Feuersee“ dieses Geschehen bildhaft anspricht, denn für den Menschengeist bedeutet es, der Gralsbotschaft zufolge, dass das bis dahin erworbene Bewusstsein wieder vergeht. Der Geist würde in diesem Fall wieder als unentwickelter „Keim“ zu seinem Ursprung zurückkehren.
Natürlich erscheint die Vorstellung einer solchen „Verdammnis“, also des wirklichen Todes (wohingegen der Tod am Ende eines Erdenlebens nur ein Übergang ist) als grausam, aber man muss, denke ich, immer auch berücksichtigen, dass wir Menschen die Selbstverantwortung für unser Tun und Lassen haben, also die – angenehmen oder unangenehmen – Rückwirkungen unserer eigenen Entscheidungen tragen dürfen (oder müssen). Wir werden ja nicht etwa willkürlich gerettet oder verdammt.
Außerdem wurde uns aber zum Zweck der geistigen Entwicklung nicht nur die Eigenverantwortung im freien Willen geschenkt, sondern auch die Möglichkeit, die Gnade Gottes zu erbitten, also Kraft und Hilfe, die uns allen möglichen Gefahren auf unserem Lebensweg entheben kann. Dies ist, finde ich, ein wichtiger Aspekt, wenn man sich mit der religiösen Vorstellung von der „Auslöschung der Seele im Feuersee“ beschäftigt.
Mehr zum Thema: Frage der Woche 27/2011
Weitere Fragenbeantwortungen finden Sie auch in dem Buch "100 Antworten auf große Lebensfragen"
Zur Frage der „ewigen Verdammnis“ gibt es tatsächlich unterschiedliche religiöse Lehrmeinungen, die im wesentlich dazu auffordern, einfach etwas zu glauben. Demgegenüber ergibt sich aus dem Weltbild des Werkes „Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft“ ein meines Erachtens sehr schlüssiges Gesamtbild (auch) zu dieser Frage, das über den Glauben hinaus zu einer tieferen Überzeugung führen kann.
Demnach gehört das Leben auf der Erde, das in Wirklichkeit mehrere Erdenleben umfasst, zum großen Entwicklungsweg des Menschengeistes. Jede Inkarnation soll die Entwicklung hin zu einem höheren Bewusstsein vorantreiben; der Menschengeist soll reifen, freier werden und lernen, seine eigenen Kräfte so einzusetzen, dass er die Schöpfung fördernd und aufbauend mitgestaltet. Was immer wir erleben – Freude oder Leid – prägt und fördert uns und soll die Sehnsucht nach dem Geistigen wecken und für unser Leben richtungweisend werden lassen, so dass wir uns – wie ein reifer Apfel, der vom Baum fällt – zu gegebener Zeit von der „Stofflichkeit“ wieder lösen.
Nun ist aber die stoffliche Welt – und damit auch die Erde, der wir zum Zweck unserer Entwicklung verbunden sind – dem Prinzip des Werdens und Vergehens unterworfen. Sie besteht nicht – wie das geistige Reich – ewig. Das bedeutet, dass die Zeit, die uns für die Entwicklung im Physischen zur Verfügung steht, naturgemäß begrenzt ist. Wir können daher nicht von „unendlichen“ Inkarnations- oder Entwicklungsmöglichkeiten ausgehen.
Dazu kommt, dass jede Entwicklung eine bestimmte Zeit und bestimmte Rahmenbedingungen benötigt. Wenn man eine Saat zu früh oder zu spät im Jahr ausbringt, kann sie nicht (mehr) richtig reifen. Auf unsere geistige Entwicklung übertragen bedeutet das: Wir müssen nicht nur mit der beschränkten Lebensdauer der Erde rechnen, sondern vor allem auch damit, dass innerhalb dieser Lebensdauer nur ein beschränkter Zeitraum zur Verfügung steht, der uns geeignete Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Innerhalb dieses Zeitrahmens müssen wir reif geworden sein, uns also von der stofflichen Welt wieder gelöst haben. Wenn wir das nicht schaffen – wovor zum Beispiel das biblische Bild vom „zweiten Tod“ warnt –, haben wir sozusagen einen „Point-of-no-return“ überschritten, und wir werden irgendwann in die „Zersetzung“ der stofflichen Welt mitgerissen.
Ich gehe davon aus, dass die Vorstellung von „ewigen Qualen im Feuersee“ dieses Geschehen bildhaft anspricht, denn für den Menschengeist bedeutet es, der Gralsbotschaft zufolge, dass das bis dahin erworbene Bewusstsein wieder vergeht. Der Geist würde in diesem Fall wieder als unentwickelter „Keim“ zu seinem Ursprung zurückkehren.
Natürlich erscheint die Vorstellung einer solchen „Verdammnis“, also des wirklichen Todes (wohingegen der Tod am Ende eines Erdenlebens nur ein Übergang ist) als grausam, aber man muss, denke ich, immer auch berücksichtigen, dass wir Menschen die Selbstverantwortung für unser Tun und Lassen haben, also die – angenehmen oder unangenehmen – Rückwirkungen unserer eigenen Entscheidungen tragen dürfen (oder müssen). Wir werden ja nicht etwa willkürlich gerettet oder verdammt.
Außerdem wurde uns aber zum Zweck der geistigen Entwicklung nicht nur die Eigenverantwortung im freien Willen geschenkt, sondern auch die Möglichkeit, die Gnade Gottes zu erbitten, also Kraft und Hilfe, die uns allen möglichen Gefahren auf unserem Lebensweg entheben kann. Dies ist, finde ich, ein wichtiger Aspekt, wenn man sich mit der religiösen Vorstellung von der „Auslöschung der Seele im Feuersee“ beschäftigt.
Mehr zum Thema: Frage der Woche 27/2011
Weitere Fragenbeantwortungen finden Sie auch in dem Buch "100 Antworten auf große Lebensfragen"
Autor: Werner Huemer
