Woche 1 | 2012
Gab es wirklich eine Erbsünde?
Gab es wirklich so etwas wie eine Erbsünde – also etwas, das jeden Menschen in irgendeiner Form von vornherein belastet und von dem er sich befreien muß? Um welche „Sünde“ könnte es sich handeln, was hat es mit dem biblischen „Sündenfall“ auf sich und wie soll eine Vererbung dieser Sünde stattfinden?
Unter dem religiösen Begriff der „Sünde“ kann man alle menschlichen Gedanken, Worte oder Handlungen zusammenfassen, die sich gegen das fördernde, aufbauende Wirken der Schöpfungsgesetze (in denen sich der Wille Gottes zeigt) richten.
Wenn man biblische Schilderungen nicht wörtlich im Sinne einer Geschichtsschreibung versteht, sondern gleichnishaft, so kann man im „Sündenfall“, von dem im 1. Buch Mose berichtet wird, eine ganz besondere, folgenschwere Fehlentwicklung in der Menschheitsgeschichte erkennen: nämlich die Abkehr von einem empfindungsgetragenen, vom Geist bestimmten Leben, das vertrauensvoll dem Willen Gottes folgt, und statt dessen die Hinwendung zu verstandesmäßig geprägten Entscheidungen.
In der Empfindung, im Gewissen (= geistiges Wissen) äußert sich die Stimme unseres geistigen Wesenskerns. Die innere Stimme mahnt zur Nächstenliebe, warnt vor engen egoistischen Entscheidungen, strebt ein sinnorientiertes Leben an, zeigt ein Wertebewußtsein, äußert sich im Schönheitssinn und in der Sehnsucht nach Licht und Erkenntnis.
Der Verstand hingegen hat die Hauptaufgabe, für das Überleben auf Erden zu sorgen. Er arbeitet daher ausschließlich ichbezogen, sucht rücksichtslos nach Gewinn, Vorsprung und Vorteil und weist immer nur den diesbezüglich aussichtsreichsten Weg, während übergeordnete Zusammenhänge oder immaterielle Gegebenheiten für den Verstand keine lohnenden Themen sind.
Daher wäre es wichtig, daß der Verstand – als das Ergebnis reiner Gehirntätigkeit – vom lebendigen Geist geführt wird. Sein Vorteilsstreben muß höheren Zielen untergeordnet bleiben. Sonst verlieren nicht nur höhere Ideale ihren Wert, sondern der Mensch geht letztlich auch am Sinn des Lebens – an der Entwicklung des geistigen Wesenskerns – vorbei und läuft Gefahr, den geistigen oder „zweiten Tod“ zu sterben, vor dem die Bibel warnt.
Doch eben diese entscheidende Fehlentwicklung, daß eben nicht mehr der Geist, sondern der Verstand führend wirkt, haben wir im Laufe unserer Entwicklungsgeschichte provoziert. Der Mensch wollte nicht mehr einfach dem aufbauenden Willen Gottes folgen, sondern „nährte sich“ von seinem Verstand, von seinem irdischen Erkenntnisorgan – er „aß vom Baum der Erkenntnis“.
Die übermäßige Betätigung des Verstandes als „Lebensführer“ anstelle des Geistes wirkte sodann – wie jede Betätigung eines Organs – prägend und führte letztlich dazu, daß sich das vordere Gehirn überproportional entwickelte und diese Fehlentwicklung weiter vererbt wurde – daher der Begriff „Erbsünde“.
Demnach leben wir heute mit einem im Hinblick auf unser geistiges Potential überentwickelten „Groß“-Hirn, das es uns schwer macht, auf die innere Stimme zu hören und die richtigen Entscheidungen für unser Leben zu treffen. Wir können diese biologischen Gegebenheiten nun auch nicht ohne weiteres rückgängig machen – aber wir können dem Geistigen in uns neuen Freiraum schaffen. Und das Geistige ist nichts anderes als das, was wir im besten Sinn als „Menschlichkeit“ bezeichnen.
Weitere Fragenbeantwortungen finden Sie auch in dem Buch "100 Antworten auf große Lebensfragen"
Unter dem religiösen Begriff der „Sünde“ kann man alle menschlichen Gedanken, Worte oder Handlungen zusammenfassen, die sich gegen das fördernde, aufbauende Wirken der Schöpfungsgesetze (in denen sich der Wille Gottes zeigt) richten.
Wenn man biblische Schilderungen nicht wörtlich im Sinne einer Geschichtsschreibung versteht, sondern gleichnishaft, so kann man im „Sündenfall“, von dem im 1. Buch Mose berichtet wird, eine ganz besondere, folgenschwere Fehlentwicklung in der Menschheitsgeschichte erkennen: nämlich die Abkehr von einem empfindungsgetragenen, vom Geist bestimmten Leben, das vertrauensvoll dem Willen Gottes folgt, und statt dessen die Hinwendung zu verstandesmäßig geprägten Entscheidungen.
In der Empfindung, im Gewissen (= geistiges Wissen) äußert sich die Stimme unseres geistigen Wesenskerns. Die innere Stimme mahnt zur Nächstenliebe, warnt vor engen egoistischen Entscheidungen, strebt ein sinnorientiertes Leben an, zeigt ein Wertebewußtsein, äußert sich im Schönheitssinn und in der Sehnsucht nach Licht und Erkenntnis.
Der Verstand hingegen hat die Hauptaufgabe, für das Überleben auf Erden zu sorgen. Er arbeitet daher ausschließlich ichbezogen, sucht rücksichtslos nach Gewinn, Vorsprung und Vorteil und weist immer nur den diesbezüglich aussichtsreichsten Weg, während übergeordnete Zusammenhänge oder immaterielle Gegebenheiten für den Verstand keine lohnenden Themen sind.
Daher wäre es wichtig, daß der Verstand – als das Ergebnis reiner Gehirntätigkeit – vom lebendigen Geist geführt wird. Sein Vorteilsstreben muß höheren Zielen untergeordnet bleiben. Sonst verlieren nicht nur höhere Ideale ihren Wert, sondern der Mensch geht letztlich auch am Sinn des Lebens – an der Entwicklung des geistigen Wesenskerns – vorbei und läuft Gefahr, den geistigen oder „zweiten Tod“ zu sterben, vor dem die Bibel warnt.
Doch eben diese entscheidende Fehlentwicklung, daß eben nicht mehr der Geist, sondern der Verstand führend wirkt, haben wir im Laufe unserer Entwicklungsgeschichte provoziert. Der Mensch wollte nicht mehr einfach dem aufbauenden Willen Gottes folgen, sondern „nährte sich“ von seinem Verstand, von seinem irdischen Erkenntnisorgan – er „aß vom Baum der Erkenntnis“.
Die übermäßige Betätigung des Verstandes als „Lebensführer“ anstelle des Geistes wirkte sodann – wie jede Betätigung eines Organs – prägend und führte letztlich dazu, daß sich das vordere Gehirn überproportional entwickelte und diese Fehlentwicklung weiter vererbt wurde – daher der Begriff „Erbsünde“.
Demnach leben wir heute mit einem im Hinblick auf unser geistiges Potential überentwickelten „Groß“-Hirn, das es uns schwer macht, auf die innere Stimme zu hören und die richtigen Entscheidungen für unser Leben zu treffen. Wir können diese biologischen Gegebenheiten nun auch nicht ohne weiteres rückgängig machen – aber wir können dem Geistigen in uns neuen Freiraum schaffen. Und das Geistige ist nichts anderes als das, was wir im besten Sinn als „Menschlichkeit“ bezeichnen.
Weitere Fragenbeantwortungen finden Sie auch in dem Buch "100 Antworten auf große Lebensfragen"
Autor: Werner Huemer
